Shoyu-Ramen mit Entenbrust

Holzpeter

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Glück Auf! zusammen,

ich hatte es ja gestern bereits verraten: Ich habe mich endlich mal an Ramen heran gewagt.
@Steinbrecher : Auch ich hatte vorher noch nie Ramen gegessen :unsure:, hatte aber eine ungefähre Vorstellung, wie das schmecken könnte/sollte/müsste.

Angefixt hatte mich @Dor Krumpi mit diesem Thread (KLICK)
Das dort erwähnte Buch hatte ich mir zusammen mit zwei weiteren besorgt und außerdem im I-Net recherchiert.
Dabei hatte ich festgestellt, dass die jeweiligen Vorgehensweisen zwar recht ähnlich sind, Zutaten und besonders deren Mengen allerdings stark differieren.
Weiterhin habe ich gelernt, dass bei der japanische Ramen-Kultur nicht von einer alten Tradition gesprochen werden kann.
Ramen gibt es dort erst seit ca. 100 Jahren - sind also eher "neumodisches Zeug" ;).
Von daher macht halt jeder SEINE Variante.

Speziell dieses Gericht habe ich in Anlehnung an das Buch von Stevan Paul gekocht, Vorgehen und Zutaten allerdings nach meinem eigenen Kopf hier und da angepasst.

Bereits vor einer guten Woche hatte ich die Shoyu-Tare gebastelt (leider keine Bilder).
Dazu 240 ml helle und 120 ml dunkle Sojasauce, 120 ml Mirin und 60 ml Sake gemischt und zusammen mit einem in Scheiben geschnittenen Stück Ingwer aufgekocht.
Der Geschmackstest zeigte, dass das noch nicht ganz gefiel.
Also habe ich noch etwas Apfelessig (Reisessig war nicht im Haus) und Ahornsirup zugefügt - jeweils so um die 50 ml +-.
Das Ganze ziehen und abkühlen lassen, anseihen und ab in ein Schraubglas und in den Kühli.
Mehrere Quellen behaupten, dass sich die Zutaten erst nach ca. 6 Tage geschmacklich richtig verbinden.o_O
Als ich nach ca. einer Woche getestet habe, kam mir der Geschmack tatsächlich "runder" vor....kann aber durchaus Einbildung sein :giggle:

Vorgestern dann eine Hühner-Brühe bereitet.
Dazu erst einmal 500 g Hühnerherzen angeröstet.

P1020150.JPG

Diese kamen dann zusammen mit 500 g Hühnerklein, 800 g Hühnerflügel und ca. 4 l kaltem Wasser in einen großen Topf.
Alles wurde bei mäßiger Wärmezufuhr zum Kochen gebracht und der entstehende, graue Schaum immer wieder abgeschöpft.

P1020150a.JPG

Inzwischen paar halbierte Zwiebel angeröstet....

P1020151.JPG


...ebenso eine Stange Lauch.

P1020152.JPG

Paar Knofi-Zehen, 2 Chilis und ein ordentliches Stück Ingwer zerkleinert.

P1020154.JPG

5 Stangen Sellerie grob zerteilt.

P1020155.JPGP1020156.JPG


Als sich auf der Brühe kein grauer Schaum mehr zeigt, kamen das ganze Gemüse-Gedöns, 2 Hände voll getrocknete Shiitake sowie 3 Sternanis und ein guter EL Koriandersaat mit hinein.

P1020158.JPG

So köchelte der ganze Pott dann bei sehr geringer Hitze rund 4 Stunden vor sich hin.
Nach den vier Stunden einfach den Herd aus gestellt, konnte alles über Nacht weiter ziehen und auskühlen.
Am nächsten Morgen habe ich alles wieder langsam erhitzt und dann die festen Bestandteile heraus gefischt und abschließend die Brühe durch ein Tuch passiert.

Ebenfalls am Vortag die Soja-Eier gebastelt.
Dazu die Eier 6 1/2 Minuten gekocht, abgeschreckt (bzw. in eiskalten Wasser komplett abgekühlt), gepellt und dann in eine Marinade aus Sojasauce, Mirin und Wasser (1:1:1) eingelegt --> Kühli.

P1020159.JPG


Gestern dann die Dashi bereitet.
Hier schwanken die Mengenangaben in den Quellen erheblich.
So habe ich Angaben von 5-30 g Kombu (Seetang) und 5-50 g Katsuobushi (Bonito-Flocken) je Liter gefunden :unsure:

Hier meine Variante:
10 g Kombu und eine Handvoll getrocknete Shiitake rund eine Stunde in 2 Liter kaltem Wasser eingeweicht.
Dann gaaaaanz langsam auf 80 °C erwärmt - das dauerte gut eine halbe Stunde.

P1020160.JPG

Jetzt kam das Kombu raus und der Sud kurz aufgekocht.
Als es nicht mehr blubberte, habe ich 25 g Katsuobushi rein gestreut.
Nach rund 5 Minuten durch ein Tuch passiert - fertig.

P1020162.JPG

Jetzt ging es an die Toppings.
Eine Handvoll Baby-Spinat gut gewaschen und sehr gut abgetropft.
Eine Frühlingszwiebel schräg in dünne Streifen/Scheiben geschnitten.
Soja-Ei halbiert.

Dann die Entenbrust, wie gewohnt, auf der Hautseite eingeschnitten, gesalzen und gepfeffert.
Haut nach unten in eine kalte Pfanne gelegt und auf mittlerer Hitze ausgelassen.
Dann gewendet und wenn rundum braun in den BO verfrachtet (~10 min, 180°C).
Als der Gargrad stimmte, heraus genommen und ruhen lassen.

P1020163.JPG

Jetzt einen großen Champignon (frische Shiitake waren nicht zu bekommen) in vier Scheiben im Entenfett angeröstet....

P1020165.JPG

Inzwischen:
1 Kelle Dashi, 2 1/2 Kellen Hühnerbrühe (inkl. etwas Fett) und 3(-4) EL Tare gemischt und zum Kochen gebracht.
Die (vorgegarten) Ramen-Nudeln hinein - für max. 2 Minuten.

Schon konnte angerichtet werden:

Spinat und Nudeln...

P1020167.JPG

...Brühe...

P1020168.JPG

Entenbrust-Scheiben, Soja-Ei, Pilze und in der Mitte die F-Zwiebeln.
Oben drauf noch bissi geröstete Sesam-Saat.

P1020170.JPG

Die Eier waren der heimliche Star....

P1020171.JPGP1020172.JPGP1020173.JPG

Gegessen wird (bei MIR!) traditionell mit Gabel und Löffel :LOL::ROFLMAO::LOL:


Alles in Allem einfach ein Traum.:love::love::love:
Die Brühe ist zum reinlegen :love:
Alle Toppings passen gut zusammen und können sicher unendlich variiert werden.

Nun die Frage: Lohnt sich der Aufwand?
Ich meine: JA
Die Eier und die Dashi sind recht schnell zubereitet.
Der größte Aufwand ist die Brühe.
Hiervon habe ich reichlich gemacht, sodass es für viele weitere Schüsseln Ramen reicht.

Nach einer Anleitung aus einem Buch (Amano/Becan: "Ramen für Alle!") werde ich nachher die restliche Dashi und Hühnerbrühe ca. 1:2-3 zusammen mischen und auf 1/3 einreduzieren.
Das Konzentrat kommt dann in kleine 200 ml - Gefrierdosen und ab in den TK.
So habe ich meine eigene Instant-Ramen-Brühe.
Die Tare sollte sich aufgrund der Zutaten im Kühli nahezu ewig halten.
Dadurch, dass ich die Tare nicht gleich mit in die Brühe mische, bin ich flexibel und kann ggf. auch mal Miso-Ramen damit basteln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und mit den Resten aus der Dashi-Brühe kannst du Furikake herstellen. (y)

 
Und mit den Resten aus der Dashi-Brühe kannst du Furikake herstellen. (y)

Ich hatte sogar ein Rezept gefunden bei dem die Reste von Kombu und Katsuobushi Verwendung finden.

Beim nächsten Mal werde ich das probieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich schleiche ja auch schon soo lange mit dem Gedanken herum....
Daher auch Dir einen herzlichen Dank für diesen schönen Bericht.
 
Glück Auf! zusammen,

ich hatte es ja gestern bereits verraten: Ich habe mich endlich mal an Ramen heran gewagt.
@Steinbrecher : Auch ich hatte vorher noch nie Ramen gegessen :unsure:, hatte aber eine ungefähre Vorstellung, wie das schmecken könnte/sollte/müsste.

Angefixt hatte mich @Dor Krumpi mit diesem Thread (KLICK)
Das dort erwähnte Buch hatte ich mir zusammen mit zwei weiteren besorgt und außerdem im I-Net recherchiert.
Dabei hatte ich festgestellt, dass die jeweiligen Vorgehensweisen zwar recht ähnlich sind, Zutaten und besonders deren Mengen allerdings stark differieren.
Weiterhin habe ich gelernt, dass bei der japanische Ramen-Kultur nicht von einer alten Tradition gesprochen werden kann.
Ramen gibt es dort erst seit ca. 100 Jahren - sind also eher "neumodisches Zeug" ;).
Von daher macht halt jeder SEINE Variante.

Speziell dieses Gericht habe ich in Anlehnung an das Buch von Stevan Paul gekocht, Vorgehen und Zutaten allerdings nach meinem eigenen Kopf hier und da angepasst.

Bereits vor einer guten Woche hatte ich die Shoyu-Tare gebastelt (leider keine Bilder).
Dazu 240 ml helle und 120 ml dunkle Sojasauce, 120 ml Mirin und 60 ml Sake gemischt und zusammen mit einem in Scheiben geschnittenen Stück Ingwer aufgekocht.
Der Geschmackstest zeigte, dass das noch nicht ganz gefiel.
Also habe ich noch etwas Apfelessig (Reisessig war nicht im Haus) und Ahornsirup zugefügt - jeweils so um die 50 ml +-.
Das Ganze ziehen und abkühlen lassen, anseihen und ab in ein Schraubglas und in den Kühli.
Mehrere Quellen behaupten, dass sich die Zutaten erst nach ca. 6 Tage geschmacklich richtig verbinden.o_O
Als ich nach ca. einer Woche getestet habe, kam mir der Geschmack tatsächlich "runder" vor....kann aber durchaus Einbildung sein :giggle:

Vorgestern dann eine Hühner-Brühe bereitet.
Dazu erst einmal 500 g Hühnerherzen angeröstet.

Anhang anzeigen 382625

Diese Kamen dann zusammen mit 500 g Hühnerklein, 800 g Hühnerflügel und ca. 4 l kaltem Wasser in einen großen Topf.
Alles wurde bei mäßiger Wärmezufuhr zum Kochen gebracht und der entstehende, graue Schaum immer wieder abgeschöpft.

Anhang anzeigen 382644

Inzwischen paar halbierte Zwiebel angeröstet....

Anhang anzeigen 382645


...ebenso eine Stange Lauch.

Anhang anzeigen 382646

Paar Knofi-Zehen, 2 Chilis und ein ordentliches Stück Ingwer zerkleinert.

Anhang anzeigen 382647

5 Stangen Sellerie grob zerteilt.

Anhang anzeigen 382648Anhang anzeigen 382649


Als sich auf der Brühe kein grauer Schaum mehr zeigt, kamen das ganze Gemüse-Gedöns, 2 Hände voll getrocknete Shiitake sowie 3 Sternanis und ein guter EL Koriandersaat mit hinein.

Anhang anzeigen 382650

So köchelte der ganze Pott dann bei sehr geringer Hitze rund 4 Stunden vor sich hin.
Nach den vier Stunden einfach den Herd aus gestellt, konnte alles über Nacht weiter ziehen und auskühlen.
Am nächsten Morgen habe ich alles wieder langsam erhitzt und dann die festen Bestandteile heraus gefischt und abschließend die Brühe durch ein Tuch passiert.

Ebenfalls am Vortag die Soja-Eier gebastelt.
Dazu die Eier 6 1/2 Minuten gekocht, abgeschreckt (bzw. in eiskalten Wasser komplett abgekühlt), gepellt und dann in eine Marinade aus Sojasauce, Mirin und Wasser (1:1:1) eingelegt --> Kühli.

Anhang anzeigen 382651


Gestern dann die Dashi bereitet.
Hier schwanken die Mengenangaben in den Quellen erheblich.
So habe ich Angaben von 5-30 g Kombu (Seetang) und 5-50 g Katsuobushi (Bonito-Flocken) je Liter gefunden :unsure:

Hier meine Variante:
10 g Kombu und eine Handvoll getrocknete Shiitake rund eine Stunde in 2 Liter kaltem Wasser eingeweicht.
Dann gaaaaanz langsam auf 80 °C erwärmt - das dauerte gut eine halbe Stunde.

Anhang anzeigen 382652

Jetzt kam das Kombu raus und der Sud kurz aufgekocht.
Als es nicht mehr blubberte, habe ich 25 g Katsuobushi rein gestreut.
Nach rund 5 Minuten durch ein Tuch passiert - fertig.

Anhang anzeigen 382653

Jetzt ging es an die Toppings.
Eine Handvoll Baby-Spinat gut gewaschen und sehr gut abgetropft.
Eine Frühlingszwiebel schräg in dünne Streifen/Scheiben geschnitten.
Soja-Ei halbiert.

Dann die Entenbrust, wie gewohnt, auf der Hautseite eingeschnitten, gesalzen und gepfeffert.
Haut nach unten in eine kalte Pfanne gelegt und auf mittlerer Hitze ausgelassen.
Dann gewendet und wenn rundum braun in den BO verfrachtet (~10 min, 180°C).
Als der Gargrad stimmte, heraus genommen und ruhen lassen.

Anhang anzeigen 382654

Jetzt einen großen Champignon (frische Shiitake waren nicht zu bekommen) in vier Scheiben im Entenfett angeröstet....

Anhang anzeigen 382655

Inzwischen:
1 Kelle Dashi, 2 1/2 Kellen Hühnerbrühe (inkl. etwas Fett) und 3(-4) EL Tare gemischt und zum Kochen gebracht.
Die (vorgegarten) Ramen-Nudeln hinein - für max. 2 Minuten.

Schon konnte angerichtet werden:

Spinat und Nudeln...

Anhang anzeigen 382656

...Brühe...

Anhang anzeigen 382657

Entenbrust-Scheiben, Soja-Ei, Pilze und in der Mitte die F-Zwiebeln.
Oben drauf noch bissi geröstete Sesam-Saat.

Anhang anzeigen 382658

Die Eier waren der heimliche Star....

Anhang anzeigen 382659Anhang anzeigen 382660Anhang anzeigen 382661

Gegessen wird (bei MIR!) traditionell mit Gabel und Löffel :LOL::ROFLMAO::LOL:


Alles in Allem einfach ein Traum.:love::love::love:
Die Brühe ist zum reinlegen :love:
Alle Toppings passen gut zusammen und können sicher unendlich variiert werden.

Nun die Frage: Lohnt sich der Aufwand?
Ich meine: JA
Die Eier und die Dashi sind recht schnell zubereitet.
Der größte Aufwand ist die Brühe.
Hiervon habe ich reichlich gemacht, sodass es für viele weitere Schüsseln Ramen reicht.

Nach einer Anleitung aus einem Buch (Amano/Becan: "Ramen für Alle!") werde ich nachher die restliche Dashi und Hühnerbrühe ca. 1:2-3 zusammen mischen und auf 1/3 einreduzieren.
Das Konzentrat kommt dann in kleine 200 ml - Gefrierdosen und ab in den TK.
So habe ich meine eigene Instant-Ramen-Brühe.
Die Tare sollte sich aufgrund der Zutaten im Kühli nahezu ewig halten.
Dadurch, dass ich die Tare nicht gleich mit in die Brühe mische bin ich flexibel und kann ggf. auch mal Miso-Ramen damit basteln.
Klasse Vorgehensweise! ((-:
 
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